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17/09/2026
KI im Jahresabschluss: Was die Maschine übernimmt, und wo wir bewusst stoppen
28/09/2026MCP kommt in die Buchhaltungsbranche

Beitrag von NextBusiness AG (infinity.swiss)
Langsam kommt das Thema KI in der Treuhandbranche an. Rund drei Jahre nachdem Infinity 2023 die erste KI-Buchhaltung der Schweiz lanciert hat, bauen immer mehr Anbieter KI-Funktionen in ihre Produkte ein. Dabei zeichnet sich bereits die nächste Verschiebung ab: weg von der Bedienung über die eigene Tool-Oberfläche, hin zur Steuerung direkt aus der AI-App. Möglich macht das der sogenannte MCP.
Stefan Wittwer, der CEO von infinity.swiss, sieht damit die Vision von Autonomous Accounting einen Schritt näher: «Der MCP erlaubt es den Usern, Infinity auch ausserhalb unserer Oberfläche smart und vielseitig zu verknüpfen. Wir wollen nicht, dass unsere Kundschaft sich an uns anpasst, sondern dass Infinity sich in ihren Alltag einfügt.»
Vom Werkzeug zur Schnittstelle, die selbst handelt
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, über den ein KI-Assistent nicht mehr nur Daten liest, sondern direkt in einer Software arbeitet, genau wie ein Mitarbeiter mit eigenem Zugriff. Ein einziger MCP-Server macht eine Buchhaltung damit für praktisch jeden gängigen Assistenten anschlussfähig, ohne dass für jeden eine eigene Integration programmiert werden muss.
Nachdem Business-Tools wie Slack, Notion oder Stripe die Vorteile eines MCP schon länger erkannt haben, blieb es in der Schweiz lange ruhig, gerade in der Buchhaltungsbranche. Doch die Nachfrage steigt: Immer mehr Treuhänder automatisieren ihre Prozesse umfassend und gewinnen dadurch an Effizienz. Einer von ihnen ist Reto Müller, Partner der Accosense AG, einer Treuhand- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Zürich. Sein Unternehmen hat in den letzten Jahren bestehende Lösungen im Markt getestet und eigene entwickelt. Für ihn ist klar: MCP ist der Schlüssel, um als Treuhänder das Potenzial von KI wirklich nutzen zu können. „Wir haben in den letzten Jahren praktisch jede KI-Funktion getestet, die der Markt hergibt. Der Durchbruch kam erst, als wir unsere Buchhaltung über MCP direkt an Claude anbinden konnten. Seither arbeiten wir nicht mehr im Tool, sondern mit dem Tool.“
Infinity hat nun als erster Schweizer Buchhaltungsanbieter einen eigenen MCP-Server öffentlich zugänglich gemacht. Damit lässt sich das Tool direkt aus ChatGPT oder Claude heraus steuern. Die Möglichkeiten sind gross: Rechnungen verschicken, Buchungen erstellen oder verändern, Belege analysieren lassen, Kontensalden und offene Posten abfragen – alles bequem aus der AI-App. Reto Müller hat den MCP bereits getestet und zeigt sich begeistert: „Wir verbinden Infinity über den MCP-Server direkt mit Claude. Verbuchungen laufen im Dialog: Beleg rein, Kontierungsvorschlag raus, Freigabe durch uns. Im selben Fenster fragen wir anschliessend die offenen Debitoren oder die Umsatzentwicklung ab. Das ist ein ausgesprochen mächtiges Werkzeug.“
Je stärker ein Unternehmen digitalisiert ist, umso grösser der Nutzen. MCP ermöglicht vernetztes Denken und Workflows über einzelne Tools hinaus. Verkäufe aus Shopify oder Zahlungen aus Stripe lassen sich direkt in der Buchhaltung verbuchen. Aus einer eingehenden Bestell-E-Mail in Outlook wird direkt eine gestellte Forderung. Oder in einer Besprechung auf Slack oder Teams lassen sich direkt Analysen zur Buchhaltung abfragen.
Verbuchen und Controlling im selben Fenster
Der Nutzen endet nicht bei der Erfassung. Weil der Assistent lesend und schreibend auf die Buchhaltung zugreift, dient dieselbe Sitzung nicht nur dem Verbuchen, sondern ebenso der Auswertung. Ohne Export und ohne Zwischentabelle lassen sich Kontensalden und Kontenblätter einsehen, offene Debitoren und Kreditoren samt Fälligkeiten prüfen, eine Liquiditätsvorschau aus den fälligen Rechnungen und den vergangenen Buchungen ableiten, einen Soll-Ist-Vergleich gegen das hinterlegte Budget ziehen oder Umsätze mit dem Vorjahr vergleichen. Bei der Accosense AG liegt genau darin der Hebel: Die Mandatsleitung fragt im laufenden Dialog nach den offenen Posten und der Umsatzentwicklung, erhält die Zahlen samt Buchungsnachweis und nimmt denselben Faden direkt mit ins Gespräch mit dem Kunden. Wer als Treuhänder von Treuhand 4.0 spricht, meint genau diesen Schritt: von der nachträglichen Erfassung hin zur laufenden Steuerung.
Es geht nicht mehr nur darum, ein Tool übersichtlicher zu gestalten, sondern darum, Wege zu schaffen, es zu nutzen, ohne sich jedes Mal einzuloggen. Die Möglichkeiten von MCP sind bereits heute deutlich weiter, als sich das die meisten bewusst sind. Mit der Lancierung ihres MCP hat Infinity ein Tor aufgestossen, das sich nicht mehr schliessen wird.
Ein wichtiger Schritt hin zu autonomer Buchhaltung
MCP ist ein Baustein auf dem Weg zu einem grösseren Konzept: Autonomous Accounting, einer Buchhaltung, die Routinefälle selbstständig erledigt und Menschen nur bei Ausnahmen einbindet. Auch wenn heute noch keine Buchhaltung ganz autonom läuft, bringt MCP einen grossen Mehrwert, wenn es denn effektiv eingesetzt wird als hybrides Modell, in dem Software die Routine übernimmt und der Mensch die Ausnahme verantwortet. So sieht es auch Müller: „Die Maschine bucht, wir verantworten. Treuhand 4.0 heisst für uns bei Accosense genau das: Routine an den Assistenten, Beurteilung und Verantwortung bleiben beim Treuhänder.“.
So weit MCP und Autonomous Accounting die Buchhaltung auch automatisieren: Rechenschaft und Beratung bleiben ein menschliches Geschäft: Wer über eine Nachfolge oder Investition entscheidet, wird immer ein Gegenüber suchen, das mitdenkt. Was sich verschiebt, ist die Arbeitszeit: weniger Erfassen, mehr Interpretation und Beratung.
MCP verändert, wie Treuhandbüros mit ihrer Buchhaltung arbeiten. Weg vom Tool hin zur Steuerung direkt aus der AI-App. Reto Müllers Erfahrung zeigt, dass es funktioniert. Was die Treuhandbranche daraus macht, entscheidet sie selbst: wie schnell sie Routine an MCP abgibt und wie klar sie zeigt, dass die Beratung dahinter Sache der Treuhänderinnen und Treuhänder bleibt. Für Accosense ist der Fall entschieden: Der MCP-Zugang zu Infinity ist heute Teil des Standard-Setups und damit ein konkretes Stück Treuhand 4.0.
infinity.swiss baut die Zukunft der Buchhaltung. Das Zürcher Scale-up hat die fortschrittlichste KI-Buchhaltungslösung der Schweiz geschaffen. Schweizer Unternehmen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft, während sich die Buchhaltung wie von selbst erledigt.
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